Olympische Spiele (olympic games)

Antike

Olympische Spiele waren in vierjährigem Zyklus stattfindende Wettkämpfe in Olympia, dem Heiligtum des Zeus Olympios an der Mündung des Kladeos in den Alpheios.

Der griechische Name ta Olympia = "die Olympien" bedeutet: das Fest des olympischen Zeus. Die moderne Bezeichnung "Spiele" (ludi Olympii) widerspricht der griechischen Anschauung.

Das Fest (panegyris) fand in penteterischen Zyklus (d.h. alle vier Jahre) statt. Die vierjährige Periode (=Olympiade) wurde fortlaufend gezählt. Die Panegyreis dauerte zunächst zwei, später fünf Tage

Das Programm der Wettkämpfe ( agone mit Opfern und Festprozessionen) wurde im 8./7. Jahrhundert v. Chr. entwickelt und später kaum noch erweitert. Sie beinhalteten:

Stadionlauf (stadion): Lauf über eine Stadionlänge (600 Fuß, in Olympia 192,25 m).

Doppellauf (diaulos): Lauf über zwei Stadien (Olympia: 385 m)

Langlauf (dolichos): unterschiedliche Distanzen (zwischen 7 bis 24 Stadien)

Fünfkampf (pentathlon): Lauf, Weit- bzw. Mehrfachspruch, Diskus- und Speerweitwurf und abschließendem Ringen

Ringen (pale): erlaubt waren Griffe am ganzen Körper, jedoch kein schmerzendes Schlagen, Würgen und Verdrehen der Gelenke. Der Sieg wurde durch dreimaliges Niederwerfen des Gegners errungen

Boxen (pygme): Regeln sind nicht überliefert. Erlaubte Trefferfläche scheinen Kopf und Brust gewesen zu sein, möglicherweise waren auch Fußtritte erlaubt.

Pankration: entsprach einem Kampfsport, bei dem alle Schläge, Tritte, Stöße, Griffe (auch Würgen), Schwünge, Gelenkverdrehungen usw. erlaubt waren. Lediglich Beißen und Kratzen waren verboten.

Waffenlauf (hoplites): ursprüngliche Laufübung in der schweren Bewaffnung des Bürgers über eine Distanz von zwei bis vier Stadien. Die Teilnehmer trugen zunächst Helm, Beinschienen und Schild, später nur noch einen (möglicherweise genormten) Schild.

Die Teilnehmer des Festes waren freie Bürger griechischer Staaten (unter röm. Herrschaft auch röm. Bürger), die schwören mussten, in Olympia die Regeln einzuhalten und zehn Monate gewissenhaft trainiert zu haben

Neuzeit

Olympische Spiele der Neuzeit fanden erstmals 1896 in Athen statt. Es handelte sich um internationale Sportwettkämpfe, deren Vergabe an eine Stadt (nicht etwa an einen Staat) ausschließlich dem 1894 gegründeten Internationalen Olympischen Komitee (IOC) obliegt. Die Gründung des IOC sowie der Beschluss zur Durchführung der Olympischen Spiele waren Folge des von Pierre de Coubertin hauptsächlich zur Diskussion des Amateurismus einberufenen "Kongresses für die Wiederaufnahme der Olympischen Spiele" in der Pariser Sorbonne.

Die Spiele der VI Olympiade Berlin 1916 wurden wegen des 1. Weltkrieges abgesagt. Deren Ausfall verhinderte jedoch nicht die weitere Abhaltung (1920 Antwerpen, 1924 Paris - jetzt auch erstmals Olympische Winterspiele in Chamonix, 1928 Amsterdam bzw. St. Moritz, 1932 Los Angeles bzw. Lake Placid). Als politisch missbraucht betrachtete man die Spiele 1936 in Berlin bzw. Garmisch-Partenkirchen, die jedoch organisatorisch und sportlich als Höhepunkt eingestuft werden konnten.Die Spiele von 1940 und 1944 fielen dem zweiten Weltkrieg zum Opfer. 1948 wurden sie in London bzw. St. Moritz wieder aufgenommen